Heute vor 100 Jahren… verschwand meine Urgroßmutter Sophie Schober spurlos

Heute, am 31. August 2018 ist es genau 100 Jahre her, das meine Urgroßmutter Sophie Schober das letzte Zeichen ihrer Existenz in amtlichen Unterlagen hinterlassen hat.

Grund für mich, ihr Leben bzw. die mir bekannten Fakten hier mal kurz zusammenzufassen.

19.03.1898 – Geburt von Sophie Schober in Scheyern als Tochter von Matthias Schober und Elisabeth Stemmer

Die restlichen Daten habe ich dann von einer Meldekarte aus dem Stadtarchiv Augsburg:

von bis wo
03.01.1917 01.05.1917 Aeusseres Pfaffengässchen 10 bei Elise Mayer
02.05.1917 01.09.1917 Lager Lechfeld – vermutlich aber nicht die ganze Zeit, wegen Postkarte vom 25.06.1917!
02.09.1917 01.10.1917 Gaststätte St. Leonhardskapelle, Karolinenstr. 21
19.09.1917 15.01.1918 Ratskeller, Elias-Holl-Platz 2
15.01.1918 01.02.1918 Aeusseres Pfaffengässchen 10 bei Mayer, Sedienstr. 1?
02.02.1918 28.02.1918 Krankenhausaufenthalt!
07.02.1918 Geburt meines Großvaters Josef Schober
01.03.1918 01.08.1918 Ratskeller, Elias-Holl-Platz 2
01.08.1918 01.09.1918 Aeusseres Pfaffengässchen 10, bei Mayer

Interessante Fakten:

Sie war etwas über 1 1/2 Jahre in Augsburg. Von Mai bis August 1917 war sie in Lager Lechfeld. Vermutlich war sie aber nicht die ganze Zeit dort, da es eine Postkarte von ihr gibt, die sie am 25.06.1917 geschrieben hat, die darauf hindeutet. Dort muss sie dann auf meinen Urgroßvater, Karl Seidel getroffen sein. 9 Monate später am 7. Februar 1918 kommt mein Großvater Josef Schober im Wöchnerinnen-Heim in Augsburg zu Welt. Danach kam mein Großvater ins Kinderheim und ihm wurde immer erzählt, das sein Mutter bei der Geburt gestorben sei. Sie war zwar einen guten Monat im Krankenhaus, ist dann aber im September 1918, also 6 Monate nach seiner Geburt, wieder nach Lager Lechfeld gezogen. Mein Großvater ist dann später bei seinem leiblichen Vater aufgewachsen, der laut Urkunde des königlichen Amtsgerichts Pfaffenhofen am 10. Mai 1918 die Vaterschaft anerkannt hat. Wie lange er im Kinderheim war, war nicht mehr zu klären.

Währen meiner zahlreichen Recherchen zum Thema, habe ich noch herausfinden können, das es eventuell sein könnte, das mein Großvater auch noch einen Bruder hat: Franz Schober, geboren am 21. März 1919. Weitere Details zu ihm konnte ich leider nicht finden. Somit ist diese Vermutung mit extremer Vorsicht zu geniessen.

Selbstverständlich bleibe ich an diesem spannenden Thema dran, allerdings kann hier nur ein Zufallstreffer zum Erfolg verhelfen, da ich nahezu alle möglichen Informationsquellen ausgeschöpft habe.

Meldekarte aus dem Stadtarchiv Augsburg

 

Wöchnerinnen-Heim Augsburg – hier kam mein Großvater zur Welt

 

 

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