Meine Erfahrungen mit genealogischen DNA-Tests

Vor einigen Jahren habe ich einen genealogischen DNA-Test bei 23andme und bei Family Tree DNA gemacht. Vor ca. 2 Jahren habe ich dann die Testergebnisse bei MyHeritage hochgeladen. Bisher brachte mir das ganze sehr wenig und ich habe mich eher auf die klassische Genealogie beschränkt. Ganz unten in diesem Artikel gehe ich noch auf die allgemeinen Ergebnisse der einzelnen Anbieter ein.

Nun habe ich aber erstmal zwei interessante Treffer:

A) Cousin 5. Grades (Folkmann)

Der erste Treffer, den ich zuordnen konnte, war laut MyHeritage ein Cousin 3. Grades bis entfernter Cousin. In den Stammbaum-Details sah ich schon, das hier ein Zusammenhang bestand. Auch vom Namen her war mir die Person bereits bekannt: ich hatte mit ihm schon seit einigen Monaten Kontakt.

 

Aber trotzdem bringt mir der Treffer etwas: Ich weiß nun, das meine klassische Familienforschung zumindest bis 5 Generationen zurück richtig ist.

Fazit vom 1. Treffer: keine neue Erkenntnis, aber die Bestätigung das meine Familienforschung hier richtig ist.

 

B) Cousin 4. Grades (Weber)

Der zweite Treffer wurde mir vor einigen Wochen von MyHeritage präsentiert und ist schon wesentlich interessanter.

MyHeritage meldete einen Cousin 3. bis 5. Grades zurück. Der Stammbaum dieses Herrn Weber ist teilweise öffentlich und ich habe nach kurzem Suchen einen gemeinsamen Vorfahren, Katherine Weiland, gefunden. Von ihr wusste ich, dass sie in Högyesz, Ungarn geboren wurde. Danach habe ich keine Infos mehr über sie.

Mit den Infos im Stammbaum von Herrn Weber konnte ich jetzt folgendes Bild erstellen. Er wäre zu mir ein Cousin 4. Grades. Da er und seine Eltern in den USA geboren wurden, ist Katherine Weiland wohl in die USA ausgewandert. Schade das er auf meine Anfragen über das Mailsystem von MyHeritage bisher nicht reagiert hat. Auch Suchen über Facebook und Goole nach seinen Daten blieben bisher ergebnislos.

Fazit: Ein toller Treffer, da ich hiermit den Verbleib einer Person aus meinem Stammbaum klären konnte. Wäre aber toll, mit ihm Kontakt aufnehmen zu können.

C) Sonstige Treffer

MyHeritage meldet für mich 1.156 Matche, die anderen Anbieter auch zwischen 500 und 2.000. Einige vielversprechende Treffer habe ich angeschrieben, die meisten waren aus den USA und haben zum größten Teil auch geantwortet. Allerdings konnte ich hier keinen Zusammenhang zu mir bzw. meinen Vorfahren feststellen. Es bleibt also noch spannend…

 

Allgemeine Ergebnisse der einzelnen Anbieter

23andme schreibt das ich zu 67% Französische und Deutsche Vorfahren habe. Haplogruppe H4a / R-M405 und ich habe 1057 DNA-Treffer in deren Datenbank.

 

FamilyTree DNA sagt mir nichts über die Herkunft meiner Vorfahren. Haplogruppe habe ich hier H / R-M269 und in der Datenbank finden sich 674 Treffer.

 

Und dann noch MyHeritage: Hier habe ich 1.232 Matche und stamme zu 65,9% aus Nord- und Westeuropa.

 

Fazit: Trotz der vielen Treffer von über 1.000 bei einigen Testanbietern, konnte ich bisher nur sehr wenige „nachvollziehbare“ Treffer lokalisieren. Hier weitere zu finden, das wird eine Herausforderung.

Heute vor 100 Jahren… verschwand meine Urgroßmutter Sophie Schober spurlos

Heute, am 31. August 2018 ist es genau 100 Jahre her, das meine Urgroßmutter Sophie Schober das letzte Zeichen ihrer Existenz in amtlichen Unterlagen hinterlassen hat.

Grund für mich, ihr Leben bzw. die mir bekannten Fakten hier mal kurz zusammenzufassen.

19.03.1898 – Geburt von Sophie Schober in Scheyern als Tochter von Matthias Schober und Elisabeth Stemmer

Die restlichen Daten habe ich dann von einer Meldekarte aus dem Stadtarchiv Augsburg:

von bis wo
03.01.1917 01.05.1917 Aeusseres Pfaffengässchen 10 bei Elise Mayer
02.05.1917 01.09.1917 Lager Lechfeld – vermutlich aber nicht die ganze Zeit, wegen Postkarte vom 25.06.1917!
02.09.1917 01.10.1917 Gaststätte St. Leonhardskapelle, Karolinenstr. 21
19.09.1917 15.01.1918 Ratskeller, Elias-Holl-Platz 2
15.01.1918 01.02.1918 Aeusseres Pfaffengässchen 10 bei Mayer, Sedienstr. 1?
02.02.1918 28.02.1918 Krankenhausaufenthalt!
07.02.1918 Geburt meines Großvaters Josef Schober
01.03.1918 01.08.1918 Ratskeller, Elias-Holl-Platz 2
01.08.1918 01.09.1918 Aeusseres Pfaffengässchen 10, bei Mayer

Interessante Fakten:

Sie war etwas über 1 1/2 Jahre in Augsburg. Von Mai bis August 1917 war sie in Lager Lechfeld. Vermutlich war sie aber nicht die ganze Zeit dort, da es eine Postkarte von ihr gibt, die sie am 25.06.1917 geschrieben hat, die darauf hindeutet. Dort muss sie dann auf meinen Urgroßvater, Karl Seidel getroffen sein. 9 Monate später am 7. Februar 1918 kommt mein Großvater Josef Schober im Wöchnerinnen-Heim in Augsburg zu Welt. Danach kam mein Großvater ins Kinderheim und ihm wurde immer erzählt, das sein Mutter bei der Geburt gestorben sei. Sie war zwar einen guten Monat im Krankenhaus, ist dann aber im September 1918, also 6 Monate nach seiner Geburt, wieder nach Lager Lechfeld gezogen. Mein Großvater ist dann später bei seinem leiblichen Vater aufgewachsen, der laut Urkunde des königlichen Amtsgerichts Pfaffenhofen am 10. Mai 1918 die Vaterschaft anerkannt hat. Wie lange er im Kinderheim war, war nicht mehr zu klären.

Währen meiner zahlreichen Recherchen zum Thema, habe ich noch herausfinden können, das es eventuell sein könnte, das mein Großvater auch noch einen Bruder hat: Franz Schober, geboren am 21. März 1919. Weitere Details zu ihm konnte ich leider nicht finden. Somit ist diese Vermutung mit extremer Vorsicht zu geniessen.

Selbstverständlich bleibe ich an diesem spannenden Thema dran, allerdings kann hier nur ein Zufallstreffer zum Erfolg verhelfen, da ich nahezu alle möglichen Informationsquellen ausgeschöpft habe.

Meldekarte aus dem Stadtarchiv Augsburg

 

Wöchnerinnen-Heim Augsburg – hier kam mein Großvater zur Welt

 

 

Podcast „Der Genealoge“

Der GenealogeTimo Kracke hat in seinem Podcast „Der Genealoge“ in der Folge Nr. 29 unter anderem auch über meine genealogische Homepage berichetet. Ich habe ihm im Vorfeld hierfür einen kleinen Bericht zur Verfügung gestellt.

Schaut doch mal bei ihm vorbei unter www.dergenaloge.de.

Insgesamt gibt es schon über 30 Ausgaben dieses hörenswerten Audiopodcasts, der u.a. auch in iTunes verfügbar ist. Ich persönlich freue mich über jede neue Folge.

Noch ein paar kleine Anmerkungen zu dem was im Podcast über diese Seite berichtet wird:

  • Nach Hofen bzw. Hoffen als Ursprungsort meiner Vorfahren, danach suche ich noch immer.
  • Facebook, Twitter, Google und sonstige Internet-Dienste dürfen nicht unterschätzt werden. Erst kürzlich habe ich darüber wieder eine Cousine 3. Grades ausfindig machen können. Ohne die Nutzung der sozialen Medien wäre mir das nie gelungen.

Aber jetzt genug erzählt – schaut mal vorbei bei „Der Genealoge“. 🙂

Auswanderer im Blick – Maria Weiland

Am 24. Dezember 1910 kam Maria Weiland (I2007 in meinem Stammbaum) an Bord des Schiffes SS Ultonia auf der Einwandererinsel Ellis Island vor den Toren New Yorks an. Los ging ihre Seereise am 03. Dezember 1910 in Fiume. Somit war sie 21 Tage unterwegs.

Zur Verwandtschaft zu mir sagt mein Programm: „Cousine 3. Grades in aufsteigender Folge“.

In den Einreisepapieren wurden auf Ellis Island folgende Fakten festgehalten:

Maria Weiland, Alter 18 Jahre, ledig. Vater Weiland Ferenc / Hogyesz. Ziel der Reise New York.
Überfahrt wurde bezahlt von: Schwester. Vermögen: 28 US Dollar. War vorher noch nie inden USA.
Verwandtschaft in den USA: Onkel Strasser Vilmos, 216 E 81th Street, New YorkGesundheitszustand: gut, Größe 5 Fuß und 3 Inch, Haarfarbe blond, Augenfarbe gelb(???)

Die Eltern Margareth (I303) und Franz Weiland (I301) reisten 1926 – also 16 Jahre später in die USA.

Maria Weiland heiratete einen Matthew Fischer und hieß fortan Maria Fischer. In den Listen der US-Volkszählung von 1930 konnte ich einige Details finden:

Ehemann Matthew Fischer, Alter 40 (1907 aus Ungarn eingewandert, an Bord der Carpathia, Akunft 21.11.1907, geboren in Zambor)
Kinder:
Matthew Fischer jr, Alter 14 Jahre und
Fred C. Fischer, Alter 6 Jahre

Da Fischer in den USA ein sehr häufiger Name ist, konnte ich die weitere Spur der Nachkommen bisher (noch) nicht weiterverfolgen.

Zum Schiff Ultonia, mit dem Maria Weiland eingewandert ist, gibt es einen ausführlichen Wikipedia-Artikel. Hier die wichtigsten Fakten:

Die Ultonia war ein 1899 in Dienst gestellter Transatlantikdampfer der britischen Reederei Cunard Line, der im Passagier- und Postverkehr von Großbritannien in die USA und nach Kanada eingesetzt wurde. Am 25. Juni 1917 wurde das Schiff von einem deutschen U-Boot versenkt.

Zwischen dem 29. April 1904 und dem 31. Oktober 1911 bediente die Ultonia die Route Triest– Fiume–Neapel–New York.

Ultonia

Briefe an Weilands aus der Region

Mein Großvater hat mir immer erzählt, das mit der Vertreibung aus Ungarn noch andere Weiland-Familien mit nach Deutschland kamen, die in der Region Nürnberg-Fürth ihre neue Heimat fanden. Nach den bisherigen Forschungen in Ungarn dürften wir durchaus mit einander verwandt sein. Nur wie genau, das weiß ich leider noch nicht…

Ich habe nun einfach mal per Brief Kontakt aufgenommen und mit im Telefonbuch Weilands aus dem Großraum Nürnberg, Fürth und Erlagen herausgesucht. Dabei habe ich nur Einträge genommen, die sowohl 2002 in meiner alten D-Info CD als auch im aktuellen Telefonbuch enthalten waren, um kürzlich hinzugezogene nicht anzuschreiben.

Bin schon auf Rückmeldungen gespannt und freue mich natürlich auch über jede Rückmeldung, die online erfolgt!

Briefe_Weilands